einreichung
Einreichung

Nach langer Suche nach einem neuen Standort seit ca. 2014 haben wir uns dann 2016 für einen neuen Standort entschieden und ein landwirtschaftliches Objekt in der Umgebung gekauft, nach voriger Sicherstellung, ob unser Vorhaben dort überhaupt möglich ist.

Privat sind wir im Herbst 2016 eingezogen, und nach dem Winter, im April 2017 ist dann der erste Schritt gesetzt worden, und ich war auf einem Projekt-Sprechtag bei der BH Kirchdorf mit den ersten konkreten Plänen. 

Mittlerweile ist ein ganzes Jahr und 1 Monat vergangen, und heute, am 29.5.2018, hab ich es endlich geschafft, alle für die Einreichung benötigen Dokumente und Sachverständigengutachten, Pläne, usw. beisammen zu haben, und habe den Antrag mit den Unterlagen auf der BH Kirchdorf abgegeben.

Die ganze Organisation dafür geschieht bei mir neben der regulären Arbeit, die bei mir an erster Stelle steht, drum hats jetzt ein wenig länger gedauert, aber auch einige beteiligten Firmen/Sachverständige haben teilweise lange auf sich warten lassen.

Jetzt wird behördlich erst einmal alles noch geprüft, und ich hoffe, dass alles in Ordnung geht, und wir evtl. heuer noch eröffnen können.

Alternative:
Sollte wirklich- im schlimmsten Fall - alles jetzt noch Probleme machen und der österreichische Staat meint, dass ich an diesem Standort auch keine Fleischerei betreiben darf (wie im Heimatort Aschach) bzw. jetzt noch mehr unvorhersehbarer finanzieller Aufwand hinzukommen würde, bleibt immer noch die Möglichkeit wieder arbeiten zu gehen, denn wie gesagt, ich muss ja nicht selbstständig sein.
Ich mache es, weil mir meine Arbeit Spaß macht und es mir Freude bereitet, Kunden glücklich zu machen.  

Wir haben uns zu diesem Schritt entschlossen, trotz dem Risiko, dass gesundheitlich wieder etwas unvorhersehbares daherkommt, und dann meine Frau mit 2 Kinder mit einer finanziellen Belastung zurück bleibt, die sie bestimmt nicht schaffen würde und sie alles verlieren würde, und dem zusätzlichen Wissen, gemeinsam die nächsten 20-25 Jahre eine sehr hohe monatliche Belastung zum Rückzahlen des Kredits zu haben.
Wir verzichten dafür auf sehr viel, um meinen Traum umzusetzen (Zeit mit Familie, Zeit mit Freunden, Freizeit, Schlaf, Hobbys, Urlaub,...).

Denn, der große Finanzierungsbrocken kommt jetzt erst, Inneneinrichtung, Kühlungen, Bodenbeläge, Wasser- & Elektroinstallationen, Fassade, Belüftung,... (ca. 300.000,-). Momentan würde sich der bisher angehäufte Schuldenstand auch als Arbeiter noch zurückzahlen lassen. Also sind wir gerade an einem Wendepunkt, und die nächsten Wochen werden zeigen, wie es weitergehen wird.

 

Wen es interessiert, hier noch die bisherigen Anforderungen an den neuen Standort aus Behördensicht, die ich, wie ich denke, alle gewissenhaft erfüllen kann:

Schedlberger_BH_Gewerbesprechtag.pdf

 

 

Gerne würde ich Ihnen, so wie in den Supermärkten, mal da 40% Rabatt, mal da 50 % Rabatt anbieten oder generell meine Produkte günstiger anbieten, aber leider, es geht nicht.

Wenn man solche (Lock-)Angebote sieht, muss man sich im Hintergrund bewusst sein, irgendjemand zahlt da meistens bestimmt drauf. Sei es, das Tier, oder der Bauer, der Transporteur, der Schlachtbetrieb, der Zerleger & Verarbeiter, oder auch der Kunde (weil man mehr kauft von Dingen, die man gar nicht braucht), aber bestimmt nicht die Handelsketten. 
Teilweise werden von den Handelsketten die Teilstücke sogar billiger verkauft, als ich sie selbst einkaufen würde.

Meiner Meinung nach, soll jeder aus der vorher genannten Wertschöpfungskette seinen fairen Lohn erhalten, von dem er auch längerfristig überleben kann.

Die Preisgestaltung sieht bei so einem kleinen Unternehmen wie bei mir leider etwas anders aus wie bei einem großen Industrie-/Handelsbetrieb.

Sehr hohe Investitionskosten für Maschinen, Geräte und Gebäude und ein extrem hoher Sozialaufwand stehen einer relativ kleinen Produktionsmenge gegenüber (ca. 20 Tonnen/jährlich- mehr geht nicht)

Ich kann Ihnen gerne ein paar Dinge aufzählen meiner Fixkosten, die alle im kg-Preis inbegriffen sind, den Sie bei mir zahlen:

aus Jahresabschluss 2017:

meine Sozialversicherung 17.000,-/Jahr
Afa (Abschreibung für Abnutzung) 16.000,-/Jahr
Sozialversicherung Mitarbeiter  6.000,- /Jahr
Strom  4.000,- /Jahr
Emballagen, Verpackungen  4.000,- /Jahr
LKW-Aufwand  1.200,- /Jahr
viele weiter Kleinposten Summe  7.000,- /Jahr
   
SUMME ca. 55.000,-/Jahr
  netto

 

Man braucht kein Mathematik-Genie sein, um zu sehen, dass das nicht gerade wenig ist für einen Betrieb mit einem Chef und einer 10-Stunden Kraft und einer 20-Stunden Arbeitskraft. Und die Kosten sind da, ohne auch nur irgendetwas verkauft zu haben und ohne den Lohn, den ich und meine Arbeiter(-innen) erhalten, eingerechnet zu haben, der kommt zusätzlich noch dazu.

Auch wenn der Einkaufspreis oft nicht hoch ist (jedoch ein wenig höher als vielleicht anderswo, bei mir bekommt jeder seinen fairen Preis, ich bin bestimmt kein Preisdrücker, bei den Fleischern gibts dafür den Spruch "Wos wiegt-des hots") sind es diese oben genannte Kosten, die den normalen kg-Preis in die Höhe treiben, und verrechnet werden müssen, um als Betrieb längerfristig überleben zu können. 

Da muss schon einiges verkauft und natürlich auch produziert werden, um diese Fixkosten überhaupt decken zu können, da darf auch nicht viel dazwischen kommen, und man verzichtet auf viel, um zumindest halbwegs über die Runden zu kommen. 
Ich will ja eigentlich nur soviel verlangen, wie wirklich unbedingt notwendig ist, um zumindest den Stundenlohn zu verdienen, wie wenn ich mit meiner Qualifikation arbeiten gehen würde. Und da gibt's bestimmt Branchen wo man mehr verdient, reich wird man als Fleischer bestimmt nicht.

Um mit meinen Preisen dennoch marktfähig bleiben zu können, habe ich mir im Hintergrund eine extrem komplexe Kalkulation aufgebaut, basierend auf den Daten meiner Registrierkasse, die ich seit 2008 verwende. 
Um mit den Fixkosten pro kg herunter zu kommen, wird bei mir immer alles eingegeben, denn mit jedem kg mehr, dass ich verkaufe, kann ich die gesamte Produktpalette günstiger und dadurch marktfähiger anbieten. Darum werde ich dann auch oft innerlich böse, wenn jemand das Preis drücken beginnt und vielleicht auch noch dazu fragt ob es ohne Rechnung auch geht. Zu einem Arbeiter kann man ja auch nicht sagen, du, heute zahl ich dir nur die Hälfte vom Lohn.


Ich hoffe, ich habe Ihnen einen kleinen Einblick in den Hintergrund eines kleinen Familienbetriebes geben können, und wie meine Preise zustande kommen, und sie denken vielleicht  beim nächsten Einkauf daran, wo und bei wem Sie Ihre Lebensmittel kaufen, - ich persönlich bin schon zufrieden, wenn man so ca. 1x monatlich an mich denkt, und vorbeischaut, ich verlange ja gar nicht, dass alles bei mir gekauft werden soll. :)